Remixing Sanssouci – Plant the Exhibition

Im Sommersemster 2019 entwickelt PKKB gemeinsam mit Studierenden der FH Potsdam interaktive Artefakte für die geplante Online-Ausstellung im Herbst:

Seit Jahrtausenden bringen Kulturen Gärten hervor. Sie entstanden und entstehen insbesondere dort, wo sich Zivilisationen in urbanen Formen organisieren und versammeln. Als Folge einer Lebensweise, die nicht mehr unmittelbar von der Unberechenbarkeit der Natur bestimmt ist, sind Gärten in ihren verschiedenen Facetten zunehmend präsenter, während sich ihre Bedeutung säkularisiert. Der Garten ist daher auch Spiegel seiner Zeit, gibt Auskunft über technischen Fortschritt und Gesellschaftsordnungen – vom wild wuchernden Englischen Garten bis zur gezähmten Natur im akkurat gestutzten Barockgarten. Dabei kommt dem Gartenbau oder dem Ort als soziokulturelle Begegnungsstätte die Eigenschaft einer Kulturtechnik zu. Seit jeher unterschiedlich ausgeprägt sind die Antriebe für sein Entstehen, Begehen und Bespielen eng miteinander verwoben – so ist er: ein Ort künstlerischen Ausdrucks (Sanssouci), des Rückzugs und Anbaus (Urban Gardening, Kleingarten), ein Ort und Motiv des Spielens (Labyrinth, Computerspiele wie Farmville), ein Ort der Kontemplation (Klostergarten) oder aber ein therapeutisches Mittel (Kurpark).

 

 

Der Projektkurs nimmt den Garten zum thematischen Ausgang, um anhand des Parks Sanssouci digitale, interaktive und immersive Exponate zu entwickeln, die über das Remix.Museum online ausgestellt werden. Als weiteres zentrales Motiv der Produktion und/oder Interaktion soll der Garten einem Remixing unterzogen werden, das heißt: Kompilieren, Arrangieren, Kontextualisieren, Duplizieren, Digitalisieren, Virtualisieren, Destruieren. Wir nähern uns dem Remixen von theoretischer wie auch der künstlerisch-praktischer Seite: Wie verhält sich die Kopie zum Original, welche Stellung haben Copy Paste und Rearrangieren im postdigitalen Zeitalter und wie können solche Methoden verwendet und gleichzeitig kritisch hinterfragt werden? Von audiovisueller Gestaltung zu generativem Coding, von 3D-Scanning zu Virtual Reality – die Studierenden sind aufgefordert, sich unterschiedliche post-digitale Tools anzueignen, um Exponate für die Online-Ausstellung herzustellen. Der interdisziplinäre Kurs richtet sich schwerpunktmäßig an Studierende der Fachrichtungen Design, Europäische Medienwissenschaft, Kulturarbeit und Soziale Arbeit. Er findet in deutscher und englischer Sprache statt.

 

Since thousands of years the concept of the garden exists as a cultural good. In an epoch in which we are not subject of nature’s moods anymore, particularly in urban environments the importance of gardens as meeting points grows. They are mirrors of their own time, reflecting technical evolution, aesthetic preferences, and social order. Be it the English garden in all its wildness, or the graphically trimmed baroque one. Therefore gardening itself can be considered as a cultural technique. Reasons for a garden might be as different as its use – it is a place for artistic expression (Sanssouci) and subversive cultivation (urban gardening), location for playing (sports and games) as well as contemplation (cloisters, wellness).

 

This class takes the garden as a starting point for the creation and exhibition of postdigital art. The generated digital, interactive and immersive projects will be presented in an online exhibition. Remixing the garden means the compilation, contextualization, duplication, digitalization, destruction and virtualization of the audio-visual, as well as historical, political and semiotic content of the park Sanssouci. We approach ‘remixing’ from a theoretical, as well as artistic-practical side. How does the copy relate to the original? What role techniques like copy paste and re-arrangement play in our postdigital time? And how can those methods be used and at the same time critically questioned? From mixed-media, video and audio projects to generative coding and graphics, from virtual reality to 3D-scanning is everything possible. This cross-disciplinary project course is open to students from the departments of Design, European Media Studies, Social and Cultural Work. The class will be taught in German and English.

 

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